Gipfelprojekt Sulzfluh | Berghaus Sulzfluh

Gipfelprojekt Sulzfluh

Artikel - Gipfelprojekt Sulzfluh

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07.00 Uhr – Wir fahren mit Adrian, dem «Bänklibauer» bis aufs Brunnegg und laden die Holzbank aus. Wir haben die Füsse und kleineren Teile bereits auf mehrere Rucksäcke aufgeteilt und Adrian und Fabio melden sich (fast) freiwillig zum tragen der schweren Sitzfläche. Wir sind alle noch sehr motiviert und munter – Anja stimmt immer wieder zu einem Lied an

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Nach 40 Minuten haben wir den Einstieg zum Gamstobel erreicht. Wir tragen erst die Rucksäcke rauf und machen uns dann wieder auf den Weg nach unten um die Sitzfläche hoch zu schaffen. Auf halbem Weg richten wir mit einem Kletterseil eine Sicherung ein damit die Sitzfläche nicht aus versehen den Berg wieder runter rollt. Wir schaffen den Einstieg in weiteren 40 Minuten und sind nun der geplanten Zeit etwa 1.5 Stunden voraus.

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Nach einer kurzen Pause geht’s weiter. Langsam kriegen wir zu spüren, dass wir einfach etwas zu wenig Personen sind. Adrian und Fabio murksen immer noch die schwere Sitzbank den Berg hinauf bis dem Fabio plötzlich der Kragen platzt! Wir legen noch eine längere Pause ein und Anja tut ihr Bestes um Fabio wieder bei Laune zu halten. Er hat natürlich recht als er sagt: «Patricia hat diese ganze Aktion total unterschätzt!».

Nun nimmt Patricia seinen Platz an der Sitzbank ein. Matthias balanciert schon seit dem Einstieg beide Rückenlehnen auf seinen Schultern. Wie es wieder steiler wird muss er eine Ablegen und eine nach der anderen Hochtragen. Etwa eine halbe Stunde später überholen uns unsere Hausgäste. Katja bietet an eine der Rückenlehnen nach oben zu tragen, worüber wir sehr froh sind. Etwas später kommt auch Lieni von der Firma Steimännli an uns vorbei. Er hat zugesagt die Verankerung der Bank vorzunehmen und trägt auch noch ein Stück von der Bank mit nach oben.

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Der Gipfel ist nun in Sicht - Endspurt. Aber unsere Schritte werden immer kleiner und immer öfters müssen wir eine kurze Pause einlegen. Anja ist das Singen mittlerweile auch vergangen. Wir sind nun seit bald 5 Stunden unterwegs und ziemlich erschöpft. Bevor wir los gingen waren wir überzeugt das viele Berggänger unterwegs sein werden die uns helfen. Aber es scheint heute ein Sonntagsausflug zu sein. Die meisten die uns überholen sehen kaum so aus als würden sie es ohne Gepäck bis nach oben schaffen. Da plötzlich läuft jemand an uns vorbei und schaut immer wieder zurück. Etwa 20 Meter über uns bleibt er stehen und ruft runter: «Soll ich auch mal anpacken?» Gott sei dank murmeln wir und freuen uns riesig über die Hilfe.

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Die letzten Meter über den Schnee sind sehr anstrengend. Ständig rutschen wir ab und der Rucksack drückt auch immer mehr. Unsere Hausgäste kommen uns wieder entgegen – die Rückenlehne ist am Gipfelkreuz deponiert. Nun laufen immer mehr Wanderer an uns vorbei und schütteln den Kopf als sie unsere Last sehen. Wir lassen uns aber nicht mehr beirren.

Endlich am Gipfelkreuz angekommen. Wir haben es geschaftt!

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Wir achten natürlich darauf die Bank auf Schweizer Boden zu stellen und Lieni kümmert sich wie versprochen um die Verankerung. Die ersten fragen bereits wann denn der Helikopter da war um die Bank abzuladen? Nun sind wir diejenigen die mit dem Kopf schütteln. Als die Bank steht stossen wir erschöpft aber glücklich auf die gelungene Aktion an. Janine war so gut uns Getränke und Gläser hoch zu tragen. Prost!

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